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Aktuelle Informationen aus dem Bereich Umwelt



Hier finden Sie den Abschlussbericht zur Ökologischen Grünflächenpflege in der Gemeinde Schiffdorf




Wiesen-Bärenklau oder Riesen-Bärenklau?


Im Juli bilden zwei nah verwandte Doldengewächse ihre Blütenstände, die leicht verwechselt werden können: der heimische Wiesen-Bärenklau mit einer natürlichen Verbreitung in Fettwiesen und Staudenfluren, an Gräben und in Wegeseitenräumen. Bei Menschen kann es nach der Berührung zu unangenehmen Rötungen und Schwellungen der Haut kommen, da die Pflanze Furocumarine bildet, die lichtempfindlich machen.

Ausgesprochene Vorsicht ist beim aus dem Kaukasus eingeschleppten Verwandten, dem Riesen-Bärenklau, auch Herkulesstaude genannt, geboten. Hier kann es nach Hautkontakt und anschließender Bestrahlung durch Sonnenlicht fototoxische Reaktionen von erheblich höherem Ausmaß, mit entzündlichen, schmerzhaften Blasenbildungen kommen. Diese können großflächig sein und wie Verbrennungen 1 – 2 Grades wochenlang nässende Wunden verursachen, incl. Fieber, Schweißausbrüche und Kreislaufschocks. Problematisch wird es insbesondere, wenn Kinder im Bereich dieser auffälligen und attraktiven Pflanze spielen. Hinzu kommt, dass der Riesenbärenklau sich aggressiv entlang von Wegen und Gewässern ausbreitet. Die Bekämpfung wird daher vom Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer empfohlen.

Wichtig für eine Bekämpfung ist zunächst die Unterscheidung der beiden Arten, denn die Bekämpfung des heimischen Wiesen-Bärenklaus ist weder notwendig noch ökologisch vertretbar. Sieht man beide Pflanzen nebeneinander, ist der Unterschied gleich zu erkennen, denn der Riesen-Bärenklau wird erheblich größer:
Unterscheidungsmerkmale
  Wiesen-Bärenklau Riesen-Bärenklau
max. Höhe des Fruchtstandes 2,5m 5,0m
Durchmesser des Fruchtstengels 0,4 - 2,0cm bis 10cm
zudem meist purpurn gefleckt
Durchmesser der Blütendolden bis 20cm
mit 15 - 45 Strahlen
bis 50cm
mit 50-150 Strahlen

Wiesen-Bärenklau; © wikipedia.org, 2013
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Wiesen-Bärenklau; © wikipedia.org, 2013
Riesenbären-Klau; © botanikus.de, 2013
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Riesenbären-Klau; © botanikus.de, 2013

Die Gemeinde Schiffdorf bekämpft den Riesen-Bärenklau auf eigenen Flächen seit 10 Jahren durch eine Fachfirma. In den ersten Jahren wurden lediglich die reifenden Samenstände entfernt, um die Ausbreitung der Pflanze zu verhindern; die Mutterpflanze stirbt im folgenden Winter ab. So erloschen Standorte einzelner und weniger Pflanzen zuverlässig. Bei größeren, gut etablierten Populationen war der Erfolg dieser Methode wegen der großen Zahl der keimungsfähigen Samen im Boden jedoch gering. Hier ist die Gemeinde Schiffdorf vor 3 Jahren mit gutem Erfolg zur chemischen Bekämpfung übergegangen. Schwerpunktbereiche sind dabei (siehe Karte): Bereiche im Spadener Moor (1. und 2.), Schiffdorfer Stauschleuse (3.), Gewerbegebiet Schiffdorf (4.), Op de Borg (5.), Bereich des Bahndammes Prinzhornsheide (6.) und Zum Dobben (7.), in der Gemarkung Wehdel, sowie Flächen in der Flur Wonje in der Gemarkung Bramel (8.).

Bürgerinnen und Bürger, die ebenfalls eine Bekämpfung auf eigener Fläche planen, sollten beachten, dass beim Umgang mit der Pflanze vollständige Schutzbekleidung, insbesondere auch ein Gesichtsschutz, notwendig ist. Die chemische Bekämpfung mit Herbiziden muss beim Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer beantragt werden, ein Sachkundenachweis ist für den Umgang mit Herbiziden Voraussetzung. Bei Problemen mit dem Riesen-Bärenklaus/Herkulesstaude beraten wir Sie gerne (Herr Borgwart, Tel.: 04706/181-225, oder per Email: borgwart@schiffdorf.de).

Wir sind auf Ihre Mithilfe angewiesen und bitten, uns bislang nicht bekannte Standorte im öffentlichen Bereich unter der o. g. Rufnummer mitzuteilen!





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